#044 Lebst du deinen Traum?

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Oder nur ein Leben, das gut funktioniert?

Wann hast du dich das letzte Mal gefragt, ob das Leben, das du heute führst, tatsächlich das Leben ist, das du führen möchtest? Nicht, ob es dir gut geht. Nicht, ob du erfolgreich bist. Nicht, ob du dankbar sein kannst für das, was du hast. Und auch nicht, ob andere Menschen vielleicht gerne mit dir tauschen würden. Sondern ganz einfach: Lebst du deinen Traum? Diese Frage hat mich durch den gesamten August begleitet. Und je länger ich mich mit ihr beschäftige, desto spannender finde ich sie. Denn ich glaube, dass gerade jene Menschen sie sich besonders selten stellen, die in ihrem Leben schon viel erreicht haben.

Sie haben einen guten Beruf, vielleicht eine Führungsposition oder ein eigenes Unternehmen. Sie tragen Verantwortung, haben eine Familie, ein schönes Zuhause und können sich vieles leisten. Sie haben gelernt, Herausforderungen zu bewältigen, Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen. Wenn etwas nicht funktioniert, suchen sie nach einer Lösung. Wenn ein Ziel erreicht ist, setzen sie sich das nächste.

Von außen betrachtet läuft das Leben. Und trotzdem gibt es diesen einen Gedanken, der sich nicht so einfach wegorganisieren lässt: War das schon alles? Vielleicht kommt er am Sonntagabend. Vielleicht im Urlaub, wenn zum ersten Mal seit Monaten Ruhe einkehrt. Vielleicht nach einem beruflichen Erfolg, von dem man lange geglaubt hat, dass er sich großartig anfühlen würde und dann feststellt, dass am nächsten Morgen das Leben ziemlich genauso weitergeht wie vorher. Oder vielleicht meldet sich irgendwann der Körper und zwingt uns dazu, genauer hinzuschauen. Das Spannende daran ist: Es muss überhaupt nichts offensichtlich falsch laufen. Und vielleicht ist gerade das der Grund, warum wir dieses Gefühl so lange ignorieren können.

 

Wenn Erfolg nicht erfüllt

Wir leben in einer Welt, in der Erfolg sehr gut sichtbar ist. Wir können Einkommen messen, Umsätze vergleichen, Karriereschritte aufzählen, Häuser betrachten, Autos kaufen, Titel erwerben und Projekte abschließen. Wir können sogar unsere sportlichen Leistungen mit einer Uhr am Handgelenk dokumentieren. Erfüllung lässt sich wesentlich schlechter messen.

Niemand kann von außen erkennen, ob du morgens gerne aufstehst. Niemand sieht auf deiner Visitenkarte, ob du dich auf Montag freust. Kein beruflicher Titel verrät, ob du abends noch Energie für die Menschen hast, die dir wichtig sind. Und auf keinem Kontoauszug steht, ob du das Gefühl hast, dein Leben wirklich zu leben.

Deshalb können zwei Menschen äußerlich betrachtet ein sehr ähnliches Leben führen und es innerlich völlig unterschiedlich erleben. Der eine denkt: Genau so wollte ich leben. Der andere denkt: Eigentlich müsste ich glücklich sein. Für mich liegen zwischen diesen beiden Sätzen Welten. Denn „eigentlich müsste ich glücklich sein“ bedeutet häufig, dass wir unser Leben mit einer Vorstellung davon vergleichen, wie Glück auszusehen hat. Ich habe doch alles. Ich habe doch Erfolg. Ich habe doch eine Familie. Mir geht es doch gut. Was fehlt mir eigentlich? Vielleicht fehlt gar nichts. Vielleicht geht es überhaupt nicht um mehr. Vielleicht geht es darum, wieder herauszufinden, was wir wirklich wollen.

 

Wir sind unglaublich gut darin geworden, vernünftig zu träumen

Als Kinder fällt uns Träumen leicht. Ein Kind überlegt nicht zuerst, ob sein Wunsch realistisch, finanzierbar oder mit seinem bisherigen Lebenslauf vereinbar ist. Es stellt sich etwas vor. Irgendwann verändert sich das. Wir lernen, vernünftig zu werden. Wir lernen, was realistisch ist. Wir lernen, Erwartungen zu erfüllen. Wir lernen, Verantwortung zu übernehmen. Und das ist grundsätzlich etwas Gutes. Wir können schließlich nicht unser ganzes Leben lang jede spontane Idee verfolgen.

Problematisch wird es für mich erst dann, wenn Vernunft nicht mehr dabei hilft, unsere Träume umzusetzen, sondern bereits darüber entscheidet, welche Träume wir uns überhaupt noch erlauben. Dann passiert etwas Interessantes. Wir fragen nicht mehr: Was will ich wirklich? Wir fragen: Was wäre möglich? Was wäre vernünftig? Was passt zu meiner derzeitigen Situation? Was könnte ich mit meinen Fähigkeiten erreichen? Was lässt sich finanziell darstellen? Was werden die anderen sagen? Was kann ich meiner Familie zumuten? Bin ich dafür nicht schon zu alt? Bin ich dafür überhaupt qualifiziert?

Und noch bevor ein Wunsch richtig entstehen konnte, haben wir ihn bereits einer Machbarkeitsstudie unterzogen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum so viele Menschen Ziele haben aber keinen Traum.

 

Ziele sind nicht gleich Ziele

In Thinking Into Results gibt es eine Unterscheidung, die mich von Anfang an fasziniert hat: A-, B- und C-Ziele.

A-Ziele sind Ziele, bei denen wir bereits wissen, wie wir sie erreichen können. Wir haben etwas vielleicht sogar schon einmal geschafft und wollen es wiederholen. Daran ist überhaupt nichts falsch. Solche Ziele gehören zu unserem Leben. Bei B-Zielen gehen wir ein Stück weiter. Wir wollen etwas erreichen, das wir so noch nicht erreicht haben, können aber aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen bereits relativ gut planen, wie es funktionieren könnte. Wir rechnen hoch, optimieren, verbessern und setzen auf das auf, was wir schon können. Auch das ist wichtig. Aber sowohl bei A- als auch bei B-Zielen entsteht unsere Zukunft im Wesentlichen aus dem, was wir bereits kennen. Wir schauen auf unsere Vergangenheit, unsere Fähigkeiten, unsere Erfahrungen und unsere derzeitigen Möglichkeiten und fragen: Was könnte daraus als Nächstes entstehen? Damit bewegen wir uns. Aber damit bewegen wir uns seitwärts und nicht vorwärts.

Ein C-Ziel funktioniert anders. Bei einem C-Ziel lautet die erste Frage nicht: Was kann ich erreichen? Die erste Frage lautet: Was will ich wirklich? Und genau deshalb ist diese Frage so kraftvoll. Denn plötzlich darf die Antwort größer sein als unsere derzeitigen Möglichkeiten. Wir müssen noch nicht wissen, wie wir dorthin kommen. Vielleicht haben wir noch nicht die Fähigkeiten, die Kontakte, das Geld oder die Erfahrung dafür. Aber der Gedanke begeistert uns. Er zieht uns. Er macht etwas mit uns. Und genau darin liegt für mich der entscheidende Unterschied: Ein echtes C-Ziel verlangt nicht nur danach, dass wir etwas tun. Es verlangt danach, dass wir uns entwickeln.

 

Was wäre, wenn du das Wie für einen Moment vergessen könntest?

Ich stelle Menschen gerne eine Frage: Was würdest du wirklich wollen, wenn du heute noch nicht wissen müsstest, wie du es erreichen kannst?

Beobachte einmal, was diese Frage mit dir macht. Vielleicht taucht sofort eine Idee auf. Und vermutlich kommt unmittelbar danach eine zweite Stimme: Ja, aber … Ja, aber dafür fehlt mir die Zeit. Ja, aber ich kann doch jetzt nicht alles verändern. Ja, aber dafür müsste ich … Ja, aber in meinem Alter … Ja, aber finanziell … Ja, aber was, wenn es nicht funktioniert?

Unser Verstand möchte sofort das Wie lösen. Dabei haben wir das Was noch gar nicht fertig gedacht. Was wäre, wenn du dir für einen Moment erlaubst, diese Reihenfolge umzudrehen? Zuerst: Was will ich? Und erst danach: Wie kann ich es erreichen? Das ist für mich kein naives Wunschdenken. Im Gegenteil. Es ist eine völlig andere Art, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen. Denn solange ich meine Wünsche ausschließlich danach auswähle, ob ich bereits weiß, wie ich sie erreichen kann, werde ich immer nur Varianten dessen erschaffen, was ich ohnehin schon kenne.

 

Dein Traum muss nicht spektakulär sein

Wenn wir von großen Träumen sprechen, entstehen schnell Bilder von Weltreisen, Villen, Unternehmensgründungen oder spektakulären Karrieren. Aber vielleicht ist dein Traum etwas völlig anderes. Vielleicht möchtest du morgens wieder mit Energie aufstehen. Vielleicht möchtest du ein Unternehmen führen und trotzdem Zeit für dein Leben haben. Vielleicht möchtest du beruflich etwas tun, das dich wirklich begeistert. Vielleicht möchtest du Verantwortung tragen, ohne dass dein Körper ständig auf den damit verbundenen Stress reagieren muss. Vielleicht möchtest du deine Partnerschaft wieder bewusster leben, mehr Zeit mit deinen Kindern verbringen oder endlich etwas beginnen, das du seit Jahren aufschiebst. Vielleicht möchtest du schreiben, lernen, gestalten, reisen, führen, etwas aufbauen oder etwas loslassen. Vielleicht möchtest du auch einfach wieder dieses Gefühl haben, dass du dich auf dein eigenes Leben freust.

Es gibt keinen richtigen Traum. Es gibt nur die Frage, ob es deiner ist.

 

Wir haben nur ein Leben

Einer der Gedanken, die mir bei diesem Thema besonders wichtig sind, ist, dass wir unser Leben nicht in voneinander unabhängige Bereiche zerlegen können. Wir sprechen gerne von Beruf, Gesundheit, Beziehung, Familie, persönlicher Entwicklung, Finanzen, Freizeit und Sinn. Das ist hilfreich, um genauer hinzuschauen. Aber in Wahrheit haben wir nicht sieben verschiedene Leben. Wir haben eines.

Wenn du beruflich dauerhaft unter Druck stehst, bleibt dieser Druck nicht brav im Büro, wenn du abends die Tür hinter dir schließt. Wenn du ständig über deine Grenzen gehst, wird dein Körper irgendwann Teil dieser Geschichte. Wenn du innerlich unzufrieden bist, wirkt sich das auf deine Beziehungen aus. Wenn du dich gesundheitlich nicht gut fühlst, verändert das wiederum deine beruflichen Möglichkeiten und deine Lebensfreude. Alles hängt miteinander zusammen.

Genau deshalb bedeutet Erfolg für mich heute etwas anderes als früher. Erfolg kann nicht bedeuten, in einem Lebensbereich die PolePosition zu erreichen und dafür in drei anderen aus der Kurve zu fliegen. Ein wirklich erfolgreiches Leben muss Platz haben für Gesundheit, Beziehungen, Wirksamkeit, Entwicklung, Freude und das Gefühl, dass das, was wir tun, für uns Sinn ergibt. Nicht jeden Tag perfekt. Aber in eine Richtung, die stimmt.

 

Du brauchst keinen neuen Plan, sondern einen Kompass

Wenn Menschen spüren, dass etwas nicht mehr passt, beginnen sie häufig sofort nach Lösungen zu suchen. Was soll ich verändern? Welchen Kurs soll ich machen? Welches Buch soll ich lesen? Soll ich den Job wechseln? Mehr Sport machen? Weniger arbeiten? Mich selbstständig machen? Urlaub nehmen?

Wir wollen handeln. Aber eigentlich kommt das Handeln zu früh. Denn bevor ich entscheide, welchen Weg ich nehme, sollte ich wissen, wohin ich eigentlich will. Genau deshalb mag ich das Bild eines Kompasses so sehr. Ein Kompass nimmt dir den Weg nicht ab. Er beseitigt keine Hindernisse. Er garantiert dir nicht, dass du dich nie verläufst. Und er sagt dir schon gar nicht, wie schnell du gehen musst. Er gibt dir eine Richtung.

Genau das brauchen wir von Zeit zu Zeit auch für unser Leben. Einen Moment, in dem wir stehen bleiben und uns fragen: Wo stehe ich? Was passt richtig gut? Was kostet mich Kraft? Was fehlt mir? Was wünsche ich mir? Und wenn ich für einen Moment nicht darüber nachdenken müsste, wie ich es schaffe: Wo würde ich wirklich gerne hin?

 

Der perfekte Zeitpunkt kommt nicht

Es gibt noch einen Gedanken, der uns unglaublich lange an einem Ort halten kann: Ich mache es später. Wenn dieses Projekt abgeschlossen ist. Wenn es beruflich ruhiger wird. Wenn die Kinder größer sind. Wenn ich finanziell noch etwas sicherer bin. Wenn ich mehr Zeit habe. Wenn ich mich besser vorbereitet fühle. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Ich kenne diesen Gedanken gut. Und gleichzeitig weiß ich heute: Der perfekte Zeitpunkt kommt nicht. Der perfekte Zeitpunkt ist vielmehr schon da. Es wird immer etwas geben, das noch erledigt werden könnte. Eine Unsicherheit, die wir gerne beseitigt hätten. Eine Information, die uns noch fehlt. Einen Grund, warum drei Monate später vielleicht günstiger wären. Deshalb bedeutet ein C-Ziel für mich auch nicht, morgen alles hinzuwerfen und das Leben auf den Kopf zu stellen. Es bedeutet zunächst einmal eine Entscheidung. Die Entscheidung, den eigenen Wunsch ernst zu nehmen. Die Entscheidung, nicht mehr automatisch davon auszugehen, dass die bisherige Realität auch die zukünftige sein muss. Und die Entscheidung, den ersten Schritt zu gehen, obwohl der gesamte Weg noch nicht sichtbar ist.

 

Dein Weg braucht keine Eile – aber er braucht eine Richtung

Das ist vielleicht einer meiner liebsten Gedanken aus diesem August. Du musst nicht alles sofort verändern. Du musst nicht heute dein gesamtes Leben neu organisieren. Du musst auch nicht schon wissen, wie du dein großes Ziel erreichen wirst. Aber irgendwann braucht ein Traum Bewegung. Ein Gespräch. Eine Entscheidung. Eine Recherche. Einen Anruf. Eine erste Stunde, die du dir dafür reservierst. Einen Gedanken, den du nicht wieder wegschiebst. Denn Träume verschwinden selten von heute auf morgen. Meist werden sie einfach immer leiser, während unser Alltag immer lauter wird. Bis wir irgendwann glauben, wir hätten gar keine mehr. Dabei stimmt das aber gar nicht. Eigentlich weißt du längst, was du wirklich willst. Eigentlich hast du nur schon lange nicht mehr hingehört.

Und jetzt? Wenn dich beim Lesen an irgendeiner Stelle ein Gedanke getroffen hat, dann geh nicht sofort darüber hinweg. Bleib kurz bei ihm. Vielleicht ist da eine Idee, die du schon lange mit dir herumträgst. Vielleicht gibt es einen Lebensbereich, bei dem du schon länger weißt, dass sich etwas verändern darf. Vielleicht hast du äußerlich vieles erreicht und fragst dich trotzdem manchmal, warum es sich innerlich nicht so anfühlt, wie du erwartet hast. Dann stelle dir heute nicht zehn Fragen. Ich stelle dir nur eine:

 

Wenn ich mein Leben nicht danach ausrichten müsste, was derzeit möglich erscheint, wie würde ich es wirklich gerne leben?

Und dann hör dir selbst zu. Ohne sofort zu korrigieren. Ohne zu bewerten. Ohne das Wie lösen zu wollen. Vielleicht ist die Antwort noch leise. Vielleicht ist sie überraschend. Vielleicht macht sie dir sogar ein bisschen Angst. Aber vielleicht begeistert sie dich gleichzeitig. Dann könnte genau dort dein nächster Weg beginnen. Denn dein Traum braucht keinen perfekten Zeitpunkt. Er braucht auch noch keinen perfekten Plan. Aber irgendwann braucht er deine Entscheidung.

Dein Leben wartet nicht. Und vielleicht ist heute ein ziemlich guter Tag, um wieder herauszufinden, was du wirklich willst.

Und genau dafür bin ich da, um dich auf diesem Weg zu begleiten, damit er auch gelingt. Melde dich gerne jederzeit bei mir – per E-Mail oder telefonisch. 👉 office@maria-prinz.com oder +43 699 12312303

Ich nehme mir gerne Zeit für dein Anliegen und wir schauen gemeinsam, was für dich der nächste stimmige Schritt sein kann.

“Wir sprechen gerne von Beruf, Gesundheit, Beziehung, Familie, persönlicher Entwicklung, Finanzen, Freizeit und Sinn. Das ist hilfreich, um genauer hinzuschauen. Aber in Wahrheit haben wir nicht sieben verschiedene Leben. Wir haben eines.”
Maria Prinz, MSc
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Die eigentliche Veränderung beginnt dort, wo du dein Denken bewusst steuerst. Wenn du diesen Schritt gehen willst, begleite ich dich dabei.